Rechtsanwalt Baumann Kontakt Kosten Haftung Impressum Unterhalt Düsseldorfer Tabelle Zugewinn Scheidung online-Scheidung Links Nederlandse teksten home

Meistens suchen Sie einen Anwalt, wenn Sie auf ein Mal nicht mehr mit Ihrer Frau oder Ihrem Mann zusammen leben können. Ab diesem Tag sind die bislang geltenden Regeln des Zusammenlebens nicht mehr von Bedeutung. Frühere Absprachen über das Zusammenleben und das „wer-darf-was“ sind nicht mehr gültig und müssen neu ausgelotet werden.

Das Problem: Informationen zum Thema Familienrecht finden Sie massenhaft im Internet - aber meistens unverständlich und ohne Erklärung der Rechtsbegriffe. Ob ich das besser mache, sei dahin gesellt (für Anregungen und Hinweise bin ich jedenfalls stets dankbar).

Der Unterhalt ist das Kernproblem einer Trennung. Ab dem Moment, ab dem Sie nicht mehr zusammenleben, wollen Sie nicht länger teilhaben am finanziellen Gehabe Ihres ehemaligen Lebensgefährten. Fragen rund um den Unterhalt sind daher ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit als Spezialist für Unterhalt und Scheidung. Durch die Beschränkung auf die Grundzüge dieser wichtigen Fragen versuche ich, Ihnen die Unterhaltsberechnung zu erklären. Der Teufel sitzt wie immer im Detail, also fragen Sie mich bitte, wenn dieser Generalüberblick keine Antwort auf Ihre Fragen gibt.

Ich versuche, die Grundzüge des Unterhaltsrechts für Laien verständlich zu machen. Zur Erläuterung finden Sie am Ende des Textes Hinweise auf Beispielsfälle zu den wichtigsten Stichwörtern.

Nach deutschen Recht sind Eltern verpflichtet, ihren Kindern einen Beitrag zum Lebensunterhalt zu leisten. Aber auch Ehegatten haben sich gegenseitig Unterhalt zu zahlen. Schließlich können Kinder in bestimmten Situationen verpflichtet sein, ihren Eltern Unterhalt zu zahlen. Dies kommt in Betracht, wenn die Eltern nicht mehr im Stande sind, ihre Lebenshaltungskosten (z.B. für ein Seniorenheim) selber zu tragen.

Die Höhe des Kindesunterhalts wird nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle festgelegt. Sie finden die aktuelle Version unter meiner Rubrik „Düsseldorfer Tabelle“. Die Tabelle wird in der Regel alle zwei Jahre an die Entwicklung der allgemeinen Lebenshaltungskosten angepasst.

Die Tabelle basiert auf zwei Grundgedanken:

1. Je höher das Einkommen der Eltern ist, desto mehr Unterhalt kann das Kind fordern. Und:

2. Mit steigendem Alter erhalten die Kinder mehr Unterhalt.

Um das Einkommen des Unterhaltspflichtigen (meistens der Vater, nachdem Kinder in Deutschland nach einer Trennung fast immer bei der Mutter leben) richtig zu ermitteln, muss das Jahreseinkommen durch 12 geteilt werden. Dies deshalb, um auch solche Lohnzahlungen zu berücksichtigen, die nur ein Mal im Jahr erfolgen (z.B. Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld).

Vom so ermittelten Durchschnittseinkommen wird ein Pauschalbetrag i.H.v. 5% abgezogen, weil der Vater in der Regel Ausgaben hat um seinen Beruf auszuüben (z.B. Fahrtkosten zur Arbeit, Berufskleidung etc.). In einigen Teilen Deutschlands muss ein Anhaltspunkt für solche Ausgaben belegt werden.

Darüber hinaus sind Einnahmen wie z.B. Zinseinnahmen, Aktiendividenden oder Mieteinnahmen zum Einkommen hinzu zu rechnen. Aber auch Schulden können ggf. berücksichtigt werden.

Achtung: Das Einkommen der Mutter (wenn die Kinder bei ihr wohnen) wird nur in Ausnahmefällen berücksichtigt, solange die Kinder minderjährig sind.

Die Höhe des Unterhaltes für Kinder richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle. Das erspart es Ihnen, mir und den Familiengerichten, für jede Familie einzeln zu ermitteln, was ein Kind kostet. Von diesen Beträgen ist das Kindergeld ab zu ziehen (bei minderjährigen Kindern zur Hälfte,bei volljährigen Kindern in voller Höhe).

Wichtig: In der Düsseldorfer Tabelle finden Sie in der letzten Spalte den Begriff „Bedarfskontrollbetrag“: Dies gibt an, wieviel dem Vater nach Zahlung allen Unterhaltes noch übrig bleiben muss. Oft ist dies nicht mehr der Fall, wenn für mehr als zwei Kinder oder noch für eine (Ex-) Ehefrau Unterhalt gezahlt werden muss. In solchen Fällen müssen Sie in der Tabelle so lange den Kindesunterhalt der darunterliegenden Zeile nehmen und neu rechnen, bis der Bedarfskontrollbetrag nicht mehr unterschritten wird. In jedem Fall muss dem arbeitendem Vater nach Zahlung allen Unterhaltes ein Betrag i.H.v. 1.000 EUR übrig bleiben.

Der Unterhalt für Ehegatten (geschiedene oder nicht geschiedene) ist je nach Einkommenshöhe zu zahlen. Wenn Kinder da sind, wird zuerst der Kindesunterhalt vom Lohn abgezogen. Vom Rest des Arbeitslohnes kann die Ehefrau (in Deutschland sind es meistens die Frauen, dies ist kein Chauvinismus von mir) 3/7 verlangen. In einigen Teilen Deutschlands sind es 4/9 oder 2/5 - bitte fragen Sie mich!

Wenn die Ehefrau ein eigenes Einkommen hat, ist allein 3/7 (bzw. 4/9 oder 2/5) von der Differenz zwischen seinem und ihren Einkommen als Unterhalt zu zahlen.

Aber: Wenn die Ehefrau für minderjährige Kinder zu sorgen hat, wird ihr Einkommen nicht oder höchstens teilweise berücksichtigt. Dies hängt davon ab, wie die Kinder betreutwerden müssen. Sind sie den ganzen Tag gut im Kindergarten oder der Schule aufgebhoben, muss sich die Mutter eine (Teilzeit-) Stelle suchen. Knackpunkt ist der dehnbare Begriff, welche Form der Betreuung und welchen Umfang die Kinder brauchen. Juristen nennen das “Einzelfallentscheidung”, so dass eine pauschale Beratung nicht möglich ist.

Und wie lange?

Kinder haben Anspruch auf Unterhalt, bis sie ihre erste Ausbildung beendet haben. Die (Ex-) Frau kann Unterhalt verlangen, bis die Scheidung rechtskräftig ist. Danach kann Sie nur noch Unterhalt verlangen, bis sie

- eigenes Einkommen hat in gleicher Höhe wie der Mann (dann ist keine Differenz mehr da, die zu 3/7 aufgeteilt wird). Wenn sie sich weigert einen Job anzunehmen, wird so getan als ob sie einen hätte und der Unterhalt wird fiktiv berechnet;

- bis sich die Folgen der Ehe und der Kindererziehung in ihrem Beruf nicht mehr auswirken. Gemeint ist der Karriereknick, durch den die Frau heute beruflich anders dasteht ohne die Ehe und die Kindererziehung. Es wird also verglichen, welchen Berufsweg die Frau als Single eingeschlagen hätte (Wünsche und Träume werden natürlich nicht berücksichtigt) und welchen sie als Ehefrau tatsächlich gemacht hat.

Gibt es keinen solchen Karriereknick, soll der Unterhalt nach der Scheidung langsam auslaufen.

Die (Ex-) Frau bekommt außerdem keinen Unterhalt mehr, wenn sie mit einem neuen Lebensgefährten in verfestigter Gemeinschaft lebt. Dann ruht der Anspruch gegen den Ehemann.

Zur Erläuterung des Unterhaltes habe ich Ihnen folgende Beispiele zusammengestellt:

Fall 1: Berechnung des Kindesunterhalts / Anwendung der Düsseldorfer Tabelle

Fall 2: Bedarfskontrollbetrag, Anrechnung des Kindergelds

Fall 3: notwendiger Eigenbedarf, Mangelfall

Fall 4: gesteigerte Unterhaltsverpflichtung

Fall 5: minderjährige und volljährige Kinder, Studierende, eheliche und nichteheliche Kinder

Fall 6: eigene Einkünfte des Kindes (z.B. Ausbildungsvergütung)

Fall 7: Schulden des Zahlenden

Fall 8: Regelbetrag / Kranken- und Pflegeversicherung

Fall 9: berufsbedingte Aufwendungen, Unterkunftskosten, Berechnung Nettoeinkommen