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Allein getrennt leben ist nicht das was Sie wollen. Aber wie erreicht man in Deutschland eine Scheidung? Wann kann man sich scheiden lassen?

Nach Deutschem Recht gibt es drei Möglichkeiten sich scheiden zu lassen:

1. die Scheidung nach einem Jahr, wenn beide Ehegatten die Ehe für gescheitert halten,

2. die Scheidung drei Jahre nach Trennung von Tisch und Bett, wenn allein einer der Ehegatten die Ehe für gescheitert hält und

3. die sofortige Scheidung im Härtefall. Diese Form der Scheidung ist eine echte Ausnahme und wird vom Familiengericht so gut wie nie angewandt. Nötig ist, dass einem der Ehegatten nicht länger zugemutet werden kann, mit dieser Frau bzw. diesem mann als verheiratet angesehen zu werden.

Eine Scheidung erfolgt (noch) beim Familiengericht und nicht beim Standesbeamten oder Notar. Der Scheidungsantrag muss von einem Rechtsanwalt eingereicht werden. Egal welche Staatsangehörigkeit Sie haben: Die Deutschen Gerichte werden Sie immer scheiden, wenn Sie hier vor der Trennung zusammen gelebt haben.

Wenn beide Ehegatten die gleiche Staatsangehörigkeit haben, gilt deren Recht (bei zwei Niederländern also Niederländisches Recht, bei zwei Belgiërn also Belgisches Recht usw.) Auch in einem solchen Fall kann ich Sie vor dem Familiengericht vertreten. Wenn die Ehegatten verschiedene Staatsangehörigkeiten haben oder wenn mindestens einer von beiden die Deutschen Staatsangehörigkeit hat, wird nach deutschem Recht geschieden.

Zusammen mit der Scheidung der Ehe wird die Frage abgehandelt, wer was für die Rente getan hat. Generell gilt: Jede Rente wird geteilt, soweit sie während der Ehe aufgebaut worden ist.

Unterhaltsfragen können, müssen aber nicht mit der Scheidung zusammen abgehandelt werden.

Wie geht‘s weiter mit den Kindern? Wer bestimmt die Erziehung und wo sie leben? Sorgerecht und Umgangsrecht nennen das die Juristen.

Sorgerecht ist eine rein rechtliche Position. Eltern sind die rechtlichen Vertreter des Kindes und haben Entscheidungen zu treffen was Aufenthalt, Gesundheit und Erziehung betrifft. Seit 1. Juli 1999 bestimmt § 1626 BGB, dass diese Entscheidungen auch nach Trennung oder Scheidung von den Eltern zusammen getroffen werden sollen. Nur wenn einer der Elternteile nicht mehr in der Lage ist sein Sorgerecht auszuüben oder seinen Sorgerechts-Pflichten nicht nachkommt, kann das Sorgerecht verändert werden. Aber dies sind Ausnahmen, die nur bei Kindesentführung, schwerer Kindesmisshandlung oder längerem Knastaufenthalt etc. in Betracht kommen. Einer der Eltern muss dann beim Familiengericht einen Antrag auf Abänderung des Sorgerechts stellen, dies geht in Deutschland wegen der Tragweite der Sache nur mit einem Rechtsanwalt.

Umgangsrecht betrifft die Frage, wann der Vater (wenn das Kind wie meistens bei der Mutter lebt) sein Kind zu Besuch sehen kann. In der Regel finden solche Besuche alle 14 Tage statt, indem der Vater das Kind bei der Mutter Freitags um 18.00 Uhr abholt und Sonntags um 18.00 Uhr zurück bringt.

Achtung: Sorgerecht, Umgangsrecht und auch Unterhalt haben nichts miteinander zu tun! Daher ist ein Vater auch dann zur Unterhaltszahlung verpflichtet, wenn der das Kind nicht besuchen will. Ebenso hat der Vater Anspruch auf Besuche, wenn er keinen Unterhalt zahlt.

Eine Entscheidung des Familiengerichts ist nicht erforderlich - auch nicht wenn gerade ein Scheidungsverfahren läuft. Wenn Sie und Ihr Ehegatte selber eine Regelung finden mit der beide zufrieden sind, dann tun Sie das! Sie können vereinbaren was und wie Sie wollen! Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Sie das nach der Trennung genauso gut können wie vorher. Nur wenn Sie mit Ihrem Ehemann keine zufriedenstellende Regelung treffen können, müssen Sie beim Familiengericht Klage einreichen.